Einer der faszinierendsten Fakten über die Engelsburg ist, dass sie einen geheimen Fluchtweg für den Papst enthält. Bekannt als Passetto di Borgo, wurde dieser 800 Meter lange, erhöhte Korridor 1277 erbaut, um die Burg direkt mit dem Vatikan zu verbinden. So konnten die Päpste in Krisenzeiten innerhalb der befestigten Mauern Zuflucht suchen.

Überraschende Fakten über die Engelsburg

Von ihren Anfängen als letzte Ruhestätte eines Kaisers bis zu ihrer Rolle in der Oper – dieses ikonische römische Wahrzeichen birgt die Geheimnisse aus fast zwei Jahrtausenden.

  1. Sie wurde als Grabmal für einen Kaiser erbaut
    Bevor sie eine Burg wurde, wurde das Bauwerk von Kaiser Hadrian um 135 n. Chr. als Mausoleum für sich und seine Familie in Auftrag gegeben. Seine Asche wurde dort 139 n. Chr. beigesetzt, und es diente bis zu Kaiser Caracalla im Jahr 217 n. Chr. als kaiserliches Grabmal.
  2. Eine Engelsvision gab ihr den Namen
    Im Jahr 590 n. Chr. litt Rom unter einer schrecklichen Pestepidemie. Der Legende nach hatte Papst Gregor der Große eine Vision des Erzengels Michael, der auf dem Gebäude sein Schwert in die Scheide steckte. Er deutete dies als Zeichen für das Ende der Pest. Zu Ehren dieses Ereignisses wurde die Festung in Castel Sant'Angelo (Engelsburg) umbenannt.
  3. Sie besitzt einen geheimen Fluchtweg für Päpste
    Der Passetto di Borgo ist ein echter, befestigter Gang, der die Burg mit der Vatikanstadt verbindet. Seine berühmteste Nutzung war im Jahr 1527, als Papst Clemens VII. durch ihn floh, um den meuternden Truppen von Kaiser Karl V. während der Plünderung Roms zu entkommen.
  4. Sie war einst das höchste Gebäude Roms
    Nach seiner Fertigstellung war das Hadriansmausoleum mit seinem von Zypressen gekrönten Erdhügel und der bronzenen Wagenstatue das höchste Gebäude in Rom.
  5. Die Engelsstatue wurde mehrfach ersetzt
    Die heutige Bronzestatue des Erzengels Michael, geschaffen von Peter Anton von Verschaffelt, wurde 1753 aufgestellt. Sie ersetzte eine frühere Marmorstatue aus dem 16. Jahrhundert. Frühere Versionen, darunter eine aus Holz, wurden im Laufe der Jahrhunderte zerstört.
  6. Sie diente als berüchtigtes Gefängnis
    Jahrhundertelang nutzten die Päpste Teile der Burg als Gefängnis für hochrangige Häftlinge. Zu den berühmten Insassen zählten der Künstler und Bildhauer Benvenuto Cellini (dem eine berühmte Flucht gelang), der Philosoph Giordano Bruno und der Alchemist Cagliostro.
  7. Verteidiger bewarfen Angreifer einst mit Statuen
    Während der Belagerung Roms durch die Goten im Jahr 537 n. Chr. gingen den verteidigenden Soldaten die Geschosse aus. Wie der Geschichtsschreiber Prokop berichtet, griffen sie darauf zurück, die dekorativen Bronze- und Steinstatuen des Mausoleums zu zerbrechen und die Teile auf die Angreifer hinabzuwerfen.
  8. Sie ist Schauplatz eines berühmten Opernfinales
    Der tragische dritte Akt von Giacomo Puccinis Oper Tosca (1900) spielt in der Engelsburg. Die Heldin, Floria Tosca, stürzt sich im dramatischen Finale von der Burgzinne in den Tod.
  9. Die ursprüngliche römische Rampe ist noch immer in Gebrauch
    Besucher betreten heute das Herz der Burg über die originale spiralförmige Rampe aus dem 2. Jahrhundert. Diese beeindruckende Rampe windet sich durch den Kern des antiken Mausoleums hinauf und führt zu der einstigen Kammer der kaiserlichen Urnen.
  10. 1925 wurde sie ein öffentliches Museum
    Nach der Einigung Italiens wurde die Burg 1901 als Festung außer Dienst gestellt. Sie wurde restauriert und 1925 offiziell als Museo Nazionale di Castel Sant'Angelo eröffnet, um der Öffentlichkeit die Erkundung ihrer vielschichtigen Geschichte zu ermöglichen.

Dies sind nur einige der Geschichten, die die Mauern dieses antiken Monuments bergen. Der beste Weg, mehr zu entdecken, ist eine unserer Führungen, die die dramatische Vergangenheit der Burg lebendig werden lassen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der interessanteste Fakt über die Engelsburg?

Der vielleicht interessanteste Fakt ist die vollständige Wandlung ihres Zwecks. Sie wurde als Grabmal für einen Kaiser entworfen, doch die Geschichte machte sie zu einer Militärfestung, einem Papstpalast, einer Schatzkammer, einem Gericht, einem berüchtigten Gefängnis und schließlich zu einem Nationalmuseum.

Ist der Geheimgang vom Vatikan echt?

Ja, der Passetto di Borgo ist ein echter, 800 Meter langer befestigter Korridor aus dem Jahr 1277, der die Engelsburg mit dem Vatikan verbindet. Er wurde als Fluchtweg für Päpste in Gefahrenzeiten konzipiert.

War die Engelsburg jemals ein Gefängnis?

Ja, der Kirchenstaat nutzte die Engelsburg jahrhundertelang als Gefängnis. Zu den namhaften Gefangenen zählten Giordano Bruno und Benvenuto Cellini, der seine Inhaftierung und dramatische Flucht in seiner Autobiografie dokumentierte.

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