Die Geschichte der Engelsburg beginnt im Jahr 135 n. Chr., als der römische Kaiser Hadrian sie als prachtvolles Mausoleum für sich und seine Familie in Auftrag gab. Nach seinem Tod im Jahr 139 n. Chr. fertiggestellt, beherbergte das kolossale zylindrische Grabmal die Asche von Kaisern bis hin zu Caracalla im Jahr 217 n. Chr. Ihre Verwandlung von einem kaiserlichen Grabmal in die Festung, die wir heute sehen, ist eine Geschichte, die eng mit der Geschichte Roms selbst verwoben ist.

Hadrians Mausoleum: Das kaiserliche Grabmal

Kaiser Hadrian (reg. 117–138 n. Chr.) plante seine eigene Ruhestätte als monumentales Grabmal am rechten Ufer des Tibers. Der Bau begann um 135 n. Chr. und wurde von seinem Nachfolger Antoninus Pius im Jahr 139 n. Chr. vollendet. Hadrians Asche wurde hier ein Jahr nach seinem Tod 138 n. Chr. beigesetzt. Das Bauwerk, ursprünglich als Hadrianeum bekannt, war ein verzierter Zylinder, der von einem Garten und einer bronzenen Quadriga (einem vierspännigen Streitwagen) gekrönt wurde. Es diente über 70 Jahre lang als Grabstätte für nachfolgende Kaiser und ihre Familien.

Eine Festung für die Päpste: Die mittelalterliche Verwandlung

Die Funktion des Gebäudes änderte sich mit dem Untergang des Römischen Reiches dramatisch. Im Jahr 401 n. Chr. wurde es von Kaiser Honorius in die Aurelianische Mauer integriert, um als Verteidigungsbastion für die Stadt zu dienen. Ein Großteil des ursprünglichen Marmors und der Statuen ging in dieser Zeit und bei späteren Belagerungen verloren, wie zum Beispiel im Gotenkrieg 537 n. Chr., als die Verteidiger Statuen auf die Angreifer hinabschleuderten.

Ihren heutigen Namen erhielt die Festung im Jahr 590 n. Chr. Der Legende nach führte Papst Gregor der Große eine Prozession an, um für ein Ende einer verheerenden Pestepidemie zu beten, und hatte dabei eine Vision des Erzengels Michael, der auf dem Mausoleum sein Schwert in die Scheide steckte. Dies wurde als Zeichen für das Ende der Pest gedeutet, und das Gebäude wurde in Castel Sant'Angelo (Engelsburg) umbenannt.

Die päpstliche Zuflucht und der Passetto di Borgo

Während des gesamten Mittelalters wurde die Burg zu einer entscheidenden Festung für das Papsttum. Im 14. Jahrhundert bauten die Päpste sie zu einer Residenz und Burg um. Ihre strategische Bedeutung wurde 1277 gefestigt, als Papst Nikolaus III. den Passetto di Borgo in Auftrag gab, einen 800 Meter langen befestigten Korridor, der die Burg direkt mit dem Petersdom und dem Vatikan verbindet. Dieser Fluchtweg erwies sich in Krisenzeiten als lebenswichtig.

Von der Kaserne zum Museum: Die Neuzeit

Nach der Einigung Italiens im Jahr 1870 endete die Rolle der Engelsburg als päpstliche Festung. Sie wurde kurzzeitig als Kaserne und Gefängnis genutzt, bevor sie 1901 außer Dienst gestellt wurde. Nach Restaurierungsarbeiten öffnete der Staat sie 1925 als Museo Nazionale di Castel Sant'Angelo für die Öffentlichkeit. Heute können Besucher ihre vielschichtige Geschichte erkunden, von der römischen Grabkammer über die päpstlichen Gemächer der Renaissance bis hin zur Panoramaterrasse, die einen atemberaubenden Blick auf Rom bietet. Sie können diese unglaubliche Geschichte selbst entdecken, wenn Sie Tickets für einen Besuch buchen.

Häufig gestellte Fragen

Wofür wurde die Engelsburg ursprünglich gebaut?

Die Engelsburg wurde ursprünglich vom römischen Kaiser Hadrian zwischen 135 und 139 n. Chr. als Mausoleum für sich und seine Familie in Auftrag gegeben.

Warum heißt sie Engelsburg?

Der Name geht auf eine Legende aus dem Jahr 590 n. Chr. zurück, als Papst Gregor der Große die Vision hatte, wie der Erzengel Michael auf dem Gebäude sein Schwert in die Scheide steckte, was das Ende einer Pestepidemie bedeutete. Der Name bedeutet Burg des Heiligen Engels.

Was ist der Geheimgang der Engelsburg?

Der „Geheimgang“ ist der Passetto di Borgo, ein 1277 erbauter befestigter Korridor, der die Engelsburg mit dem Vatikan verbindet. Er diente den Päpsten als Fluchtweg, am bekanntesten ist die Flucht von Papst Clemens VII. während der Plünderung Roms 1527.

Wer ist in der Engelsburg begraben?

Ursprünglich war es das Grabmal für Kaiser Hadrian und seine Frau Sabina. Auch nachfolgende Kaiser wurden dort beigesetzt, darunter Antoninus Pius, Mark Aurel und Caracalla, der 217 n. Chr. als letzter Kaiser im Mausoleum bestattet wurde.

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